Kurzbiografie

Abraham a Sancta Clara wurde am 2.7.1644 in Kreenheinstetten bei Meßkirch als Sohn eines Gastwirtes geboren. Dank der Unterstützung des Dorfpfarrers, der auf die Intelligenz des Jungen aufmerksam wurde, konnte Abraham die Lateinschule in Meßkirch und anschliessend das Jesuitengymnasium in Ingolstadt besuchen. 1660-1662 genoss er eine Ausbildung im Gymnasium der Benediktiner in Salzburg. Anschliessend trat er in den Orden der Augustiner-Barfüßer in Wien ein. Nach philosophischen und theologischen Studien in Wien, Prag und Ferrera, liess er sich 1666 zum Priester weihen. Den Wallfahrtpredigten in Bayern folgte seine Berufung nach Wien, wo er von Kaiser Leopold I. 1677 zum Subprior und Hofprediger ernannt wurde.
Als Prior im Augustinerkloster (1680-1683), Kanzelredner in Graz (bis 1689), unternahm er auch mehrere Reisen nach Rom, dabei stand für ihn das Wohl seines Ordens und das seelische Heil der Bevölkerung im Zentrum seines pastoralen und schriftstellerischen Bemühens. Die Pest 1679 und die Belagerung Wiens durch die Türken 1683 boten dem von ihm gespendeten Trost viel Resonanz in der Bevölkerung. Am 1. Dezember 1709 ist Abraham a Santa Clara im Alter von 65 Jahren gestorben.
Falsches Vertrauen
Es ist einstens ein Spanier mit gantz langsamen und gravitätischen Schritten über ein Eyß gegangen / es war aber das Eyß an ein oder andere Ort schon ziemlich zerspalten / dahero er unversehens durch das Eyß in das Wasser geplumpfft / und ihm fasst die Hirn-Schalen zerschnitten / wie man mit grosser Müh endlich aus dem Eyß gezogen / schickte man augenblicklich umb einen Barbierer / der wendete den möglichsten Fleiß an / und suchte ob nicht etwann dem Hirn ein Schaden geschehen / da er nun lang gesucht / stehet ungefähr ein Narr auf der Seiten / Herrle! Herrle! sagt er / was suchst so lang? Der Barbierer antwortete: das Hirn / ey bey Leib nicht! versetzte der Narr / der Gimpl hat ja kein Hirn / dann wann er ein Hirn gehabt hätte / so wurde er vorhero geschaut haben / ob das Eyß gantz ist oder nicht; dieses sag ich auch / derselbe hat kein Hirn der der Welt zu viel traut und auf sie baut.
Der Schmeichler
Wann er dich schon lobt ins Gesicht / es geht ihm nicht von Hertzen / sein Hertz und sein Zung seyn weiter von einander als Schaffhausen und Kitzbüchl, seine Wort und Gedancken seyn so nahend aneinander als Freyburg und Neuburg, seine Zungen ist allzeit von Glattau, aber die Werk von Lauffen, mit seiner Parolla und Versprechen ist er ein Herr von Sonnen-Feld,
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Schiffbruch
Ein Kauffman litte bald / nach seinem angefangenen Handel / einen Schiffbruch auf dem Meer / also daß ihne auf einmahl viel Fässer mit Feigen zu Grund gangen / wessenthalben er ziemlich bestürzt worden / weil ihme aber ein guter Freund eine namhaffte Summa Geld vorgestreckt / und ihme eingerathen / er möchte den vorigen Handel ferner forttreiben / er werde darbey einen ehrlichen Gewinn finden / das laß ich wohl bleiben / gab er zur Antwort:
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